SAARBRÜCKER
ZEITUNG 25.April 2007
Von SZ-Mitarbeiterin Kerstin Krämer
Kraft in der Kehle und Mut zur Originalität
Ariane Baumgartner betörte in der Breite 63 mit ausdrucksstarker Stimme
Aus ihrem kultivierten und differenzierten Klavierspiel sind diverse Einflüsse
herauszuhören, eigenständig ist es dennoch. Vor allem aber kann Ariane
Baumgartner eins: singen!
Die Stimme dunkel, ein umfangreicher warmer, leicht angerauter Alt mit Ausdruck
und Soul, in manchen Momenten geradezu schwarz und von einer Kraft, die
Baumgartner gut zu dosieren weiß. Am Freitag machte die groß gewachsene,
burschikose Brünette nach Auftritten in Köln und Kaiserslautern im Malstatter
Kulturzentrum Breite 63 Station. Seit einigen Jahren ist sie als "Velvet
Voice" mit "Velvet Music" unterwegs: das sind samtene,
selbstkomponierte Lieder, irgendwo zwischen Jazz-Ballade und Soul, mit Texten
der New Yorker Songschreiberin Amy Antin, die oft von gescheiterten Beziehungen
erzählen und von Menschen, die sich die Freiheit nehmen zu gehen.
Ihre Lieder präsentiert die im Rheinhessischen geborene Baumgartner, 1987 Erste
Preisträgerin von "Jugend jazzt" Rheinland-Pfalz, entweder solo am
Flügel, wie hier, oder im Trio mit Schlagzeug und Bass.1995 schloss sie ihr
Jazz-/ und Popgesangsstudium an der Musikhochschule Köln ab und sang auch schon
in Peter Herbolzheimers Bundesjazzorchester. Mit der Erfahrung in über 1000
Konzerten fiel es ihr nun am Freitag nicht schwer, die Zuhörer zum Mitklatschen
und Mitsingen zu animieren. "Um schüchtern zu sein, ist das Leben zu
kurz", sagte Baumgartner grinsend und convertierte noch ein paar Motown-
und andere Pop-Klassiker: Versionen, die sich wohltuend vom Original
emanzipierten.
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